Woher kommt der Begriff "dirty tones"

27.01.2009 18:35

Dirty tones (eng.: Schmutzige oder dreckige Töne) bezeichnen absichtlich unsauber gespielte Töne in der Musik. Diese werden als Stilmittel vor allem im Blues und im Jazz eingesetzt. Im Gegensatz zur Klassischen Musik, bei der für jedes Instrument ein Klangideal herrscht, steht im Blues und im Jazz die Individualität jedes Musikers im Vordergrund. Diese kann auch mit dirty tones zum Ausdruck gebracht werden.

Dirty tones haben Ihre Ursprünge in der afrikanischen Gesangsweise, die vor allem von Sklaven in Worksongs praktiziert wurden. Diese beeinflussten die Entwicklung des Blues und später auch des Jazz.

Die afrikanischen Sänger erzeugten die schmutzigen Töne vor allem durch Pressen und Quetschen beim Singen. Dadurch wird der Stimmklang unsauber und kratzig. Instrumentalisten imitieren diesen Effekt. Bläser versuchten z. B. durch die Verwendung von äußerst viel Luft ebenfalls Nebengeräusche zu erzeugen. Dem Saxophon kann man mit dieser Technik besonders ausdrucksvolle Töne entlocken. (Erich Rohn)

 

 

(Bild: Andreas Schwarz)